Gedanken

Herbstlaub im Gras

Bei jedem Sterben und jedem Tod in unserer Umgebung oder in der eigenen Familie erfahren wir, was Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht im Bild der fallenden Blätter so treffend formuliert hat.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Wir Menschen sind endliche Geschöpfe. Das Sterben gehört zu unserem Leben. Der Tod ist das Normalste von der Welt. Aber doch auch: der Tod ist die schärfste Grenze, die wir kennen. Sie trennt Lebende und Tote voneinander. "Wir alle fallen..." Wie schwer ist es oft zu ertragen: dieses Hinfällige, dieses Fallen!

Bei der Bestattung, mit dem Versenken des Sarges in die Erde wird uns die Trennung und der Abschied am deutlichsten bewusst. Die kirchliche Bestattung will eine erste Hilfe sein für diesen Abschied.

Was aber unterscheidet sie von jeder weltlichen Bestattung? Was ist der Sinn des christlichen Begräbnisses?

Wir alle fallen, diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.
Gott gehören wir im Leben und im Tod, bei ihm sind wir gehalten.

Dies versuchen wir auf immer neue Weise bei unseren Bestattungen nachzubuchstabieren, manchmal zweifelnd und stammelnd, manchmal voller Vertrauen und Zuversicht. Doch woher nehmen wir die Zuversicht, dass Gott bei uns ist?

Das Vertrauen darauf, macht sich an der Zusage fest, die wir bei unserer Taufe von Gott bekommen haben:
Du bist mein Kind, ich bin bei dir alle Tage.

Und das gilt nun bei der Bestattung in zwei Richtungen. Zuerst für den gestorbenen Menschen. Wir können darauf vertrauen, dass Gott für ihn sorgt und dass er bei ihm aufgehoben ist.

Wir können für ihn nichts mehr tun, außer noch einmal an sein besonderes Leben zu denken. Damit nehmen wir ernst, dass jeder Mensch ein einzigartiges Geschöpf Gottes ist. Die individuelle Seite des Lebens kommt in den biographischen Teilen der Bestattungspredigt zum Ausdruck.

Dabei geht es nicht um ein Bewerten oder Hervorheben besonderer Leistungen, sondern schlicht darum, wahrzunehmen, was das jeweilige Menschenleben ausgemacht hat.

Ich bin bei euch!

Diese Zusage Gottes gilt zum zweiten den Trauernden. Sie bleiben zurück und spüren die Lücke in ihrem Leben. Sie brauchen unsere und Gottes Zuwendung.
Alle, die zur Bestattung kommen, signalisieren: "Wir nehmen an eurem Leid teil. Wir wollen es mit tragen, so gut wir es können."

Gemeinsam mit den Trauernden suchen wir Trost bei Gott und fragen danach, was Hoffnung gibt. Das Kreuz ist ein solches Hoffnungszeichen. Es steht auf unseren Gräbern und auch in vielen Trauerhallen.
Das ist nicht von ungefähr so. Das Kreuz erinnert uns daran, dass Gott den Weg des Leidens kennt, dass er vor Leid und Tod nicht flieht, sondern auch dort mit uns aushält und bei uns ist. Das leere Kreuz ist Zeichen für Jesu Auferstehung, für das neue Leben am Ostermorgen. Zeichen für unsere Hoffnung. Auch wir werden wie er auferstehen.

Informationen zur Bestattung

zum Bestattungsgespräch und den Bestattungsformen.

Das Bestattungsgespräch

Zur Vorbereitung der Bestattung findet ein Gespräch zwischen Pfarrer oder Pfarrerin und den nächsten Angehörigen statt.

In diesem Gespräch überlegen Pfarrer oder Pfarrerin und Angehörige miteinander, wie der Trauergottesdienst gestaltet sein soll, z. B. welche Lieder gesungen werden. Vielleicht ergibt sich aus dem Gespräch auch schon das Bibelwort, das in der Mitte des Gottesdienstes stehen wird. Natürlich ist dabei auch Zeit und Gelegenheit für die Angehörigen einfach zu erzählen, was sie im Blick auf den Tod ihres Angehörigen bewegt.

 

 

Die Bestattungsformen

Die gängigsten Bestattungsformen sind bei uns die Beerdigung und die Feuerbestattung.

Die Beerdigung findet wenige Tage nach dem Tod statt und beginnt in der Regel mit einem Trauergottessdienst in der Friedhofshalle. Nach dem Gottesdienst bricht die Gemeinde gemeinsam zum Grab auf, wo die Beerdigung stattfindet.

Auch bei der Feuerbestattung wird wenige Tage nach dem Tod ein Trauergottesdienst auf dem Friedhof abgehalten. Alle Trauergäste können sich am Sarg verabschieden. Der Sarg wird dann nach dem Gottesdienst im Krematorium eingeäschert. Einige Zeit später kann dann die Urnenbeisetzung stattfinden. Sie erfolgt meist im engsten Familienkreis. Auf Wunsch ist auch dabei eine Begleitung durch einen Pfarrer oder eine Pfarrerin möglich.

Quellenangabe
© by-nc-nd Bruno Monginoux / Landschaft-Foto.com