Taufe

Die Eltern gucken besorgt, die Paten freuen sich, und der Säugling kräht aus Leibeskräften, weil die Pastorin ihm am Taufbecken Wasser über den Kopf schüttet.

Aber was ist das eigentlich, die Taufe?

Dr. Bernhard Felmberg, Chefdiplomat der Evangelischen Kirche bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, erklärt´s.

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Informationen rund um die Taufe

zu den Stichworten

Bedeutung der Taufe  |  Gemeindebezug und Taufsonntag  |  Patenamt 
Ablauf der Taufe und Taufformel  |  Taufwasser und Taufsegen  |  Taufspruch

Bedeutung der Taufe

Meist bringen Eltern ihre Kinder in den ersten Monaten ihres Lebens zur Taufe. Dabei kommt zum Ausdruck, dass Gottes Liebe uns von vornherein gilt und dass sie nicht von unserer Einsicht, unserer Mühe und unserem Glauben abhängt.

Darum ist es legitim, kleine Kinder zu taufen, die noch nicht für sich entscheiden und über ihr Leben bestimmen können, weil es in der Taufe zunächst um Gottes Entscheidung für uns geht. Die Taufe macht deutlich, dass der Mensch ein Kind Gottes ist.

Die Taufe bleibt jedoch leer, wenn sie nicht gefüllt wird durch den Glauben, durch Willen, Entschluss und Hingabe, durch unsere Liebe und Dankbarkeit als Antwort auf die Zusage der Liebe Gottes.

Gemeindebezug – Taufsonntag

Mit der Taufe ist die Aufnahme in die christliche Gemeinde verbunden. Deshalb findet sie in der Regel im Gemeindegottesdienst am Sonntagvormittag statt, in manchen Gemeinden werden gelegentlich auch spezielle Taufgottesdienste angeboten.

In vielen Gemeinden gibt es regelmäßige Taufsonntage, die beim Pfarramt erfragt werden können.

In einem Taufgespräch, zu dem der Pfarrer oder die Pfarrerin in die Tauffamilie kommt, wird der Taufgottesdienst vorbesprochen und die Anmeldung zur Taufe ausgefüllt.

Paten / Patenamt

Pate bei einer Taufe kann jeder sein, der Mitglied in einer christlichen Kirche ist.

Wer Pate werden soll, schlagen die Eltern vor und die Kirche vergibt im Gottesdienst das Patenamt, mit dem vor allem die Begleitung des Kindes auch im Blick auf die Fragen des Glaubens verbunden ist.

Bei einer Taufe in der evangelischen Kirche muss mindestens ein Pate evangelisch sein. Wenn Paten aus einer anderen Gemeinde kommen, als der Gemeinde, in der die Taufe stattfindet, benötigen sie eine Patenbescheinigung. Diese stellt das Pfarramt des eigenen Wohnortes unentgeltlich aus.

Ablauf und Taufformel

Eltern und Paten mit Täufling am Taufstein

Zur Taufe von kleinen Kindern gehören zwei Tauffragen an die Eltern und Paten.

Sie werden gefragt, ob sie wollen, dass ihr Kind getauft wird und ob sie bereit sind, das Ihre dazu beizutragen, es als Glied der Gemeinde Jesu Christi zu erziehen.

Später, bei der Konfirmation, sollen die Kinder das Ja ihrer Eltern und Paten mit ihrem eigenen Entschluss bekräftigen.

Taufformel

An die Tauffragen schließt sich die Taufformel an:

"N.N. ich taufe dich auf den Namen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes"

Das ist keine Namensgebung, sondern der Täufling wird mit dem Namen des dreieinigen Gottes verbunden.

Danach wird aus dem Taufbecken dreimal Wasser mit der hohlen Hand geschöpft und über die Stirn des Täuflings gegossen.

Taufwasser und Taufsegen

Das Taufwasser hat zeichenhafte Bedeutung:

Wasser erfrischt und löscht den Durst. Es belebt Menschen und Tiere. Es lässt Pflanzen wachsen. Ohne Wasser gibt es kein Leben auf der Erde. Das Wasser der Taufe ist ein Zeichen, dass Gott uns Leben schenkt.

Wasser wäscht und reinigt uns. Das Wasser der Taufe ist ein Zeichen, dass Gott uns in Christus von aller Schuld reinigt. Wir dürfen für alle Irrwege unseres Lebens auf Gottes Erbarmen hoffen und erhalten Vergebung, wenn wir darum bitten.

Wasser kann aber auch bedrohliche Kraft entfalten. Wer aus dem Wasser gezogen wird, der wird aus dem Tod gerettet. Bei den ersten Christen wurden die Täuflinge darum für einen Moment ganz unter das Wasser getaucht. Das bedeutet: in der Taufe erleben wir zeichenhaft unsere Rettung vom Tod. Unser Sterben und Auferstehen mit Jesus Christus.

Taufsegen

Taufe bedeutet auch: Gottes Segen ruht auf dem Täufling.

Das ist keine Versicherung, dass ihm fortan nichts mehr geschehen kann, sondern das Versprechen Gottes, dass er bei dem Kind bleibt und es auf seinem Lebensweg begleitet, ganz gleich, was passiert.

Nach dem Taufakt wird deshalb ein Taufsegen über dem Täufling gesprochen.

Taufspruch

Ein Bibelwort (Taufspruch) soll den Täufling an seine Taufe erinnern und ihn in seinem Leben begleiten.

Ebenso die Taufkerze, die an Jesus Christus erinnert, der gesagt hat:

Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben.


Johannes 8, 12

 

Auf www.taufspruch.de, einem Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland, finden sich eine Auswahl an Taufsprüchen.

Quellenangaben
© Bild Täufling mit segnender Hand: Evangelische Landeskirche in Württemberg
© Bild Tauffamilie mit Pfarrer: Evangelische Landeskirche in Württemberg