Es begann mit Luther ... Playmobil-Ausstellung gastiert in Illingen

Martin Luther mit seiner Frau Käthe im Gespräch

© Evangelischer Kirchenbezirk Mühlacker

Die Reformation löste eine weitreichende Veränderung in der Gesellschaft aus, die bis Heute wirken.

Elf Stationen zeigen mit 166 Figuren und 45 Tieren von Playmobil® Szenen aus Luthers Leben und die Auswirkungen der Reformation.

Alle Stationen sind mit Begleittexten versehen, Begleittexte für Kinder sowie ein Quiz haben wir am Ende der Seite bereit gestellt. Ein XXL-Playmobil-Luther ist Teil der Ausstellung.

Neben den Inhalten der Ausstellungsstationen finden sich hier Impressionen der Ausstellung sowie ein Trickfilm.

 

 

 

Aktuelle Station der Ausstellung

 

04.03. bis 24.03.17 | Mühlacker Sparkasse

Die Ausstellung ist im Schaufenster der Filialdirektion Mühlacker in der Bahnhofstr. 8 - 10 zu sehen.

 

 

Weitere Stationen der Ausstellung

23.04. bis 04.05.17 | Maulbronn, Klosterkirche

25.05. bis 05.06.17 | Knittlingen, Steinhaus

17.06. bis 16.07.17 | Großglattbach, Petri-Kirche

17.09. bis 15.10.17 | Freudenstein, Galluskirche

22.10. bis 19.11.17 | Oberderdingen, Laurentiuskirche

Stationen der Ausstellung

Eine Fassung der Texte für Kinder haben wir am Ende der Seite gemeinsam mit einem Quiz, das in der Ausstellung gelöst werden kann, bereit gestellt. Die Ausstellung ist nicht selbsterklärend. Erwachsene sollten die Kinder in ihr begleiten bzw. die Kinder mit der Thematik vertraut sein.

Luthers Leben und Wirken

  • add Der Blitzschlag bei Stotternheim

    Nach einem Besuch seiner Eltern in Mansfeld befand sich Martin Luther, der zu dieser Zeit Jurastudent an der Erfurter Universität war, am 2. Juli 1505 auf dem Rückweg nach Erfurt.

    Bei einem Gewittersturm bei Stotternheim in der Nähe von Erfurt gelobte Martin Luther in Todesangst:
    „Heilige Anna, hilf! Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden.“

    Alle Versuche ihn, den erfolgreichen Studenten und angehenden Juristen, umzustimmen seitens von Freunden und der Familie, scheiterten.

  • add Luther als Mönch - eine Erkenntnis verändert alles

    Martin Luther ging 1505 in das Augustinerkloster in Erfurt. 1506 legte er sein Mönchsgelübde ab.

    Das Leben als Mönch war damals hart, Fasten, Beten und Arbeiten bestimmten den Ablauf. Der Tag der Mönche begann um 3 Uhr mit dem ersten Stundengebet.

    1507 wurde Luther in Erfurt zum Priester geweiht. In diesem Jahr begann er auch ein Theologiestudium in Erfurt.

    Luther wurde 1512 Doktor der Theologie und erhielt die Bibelprofessur. Er hielt Vorlesungen über die Psalmen (1514/15), den Römerbrief (1515/16), den Galaterbrief (1516/17) und den Hebräerbrief (1517/18).

    Diese Zeit war durch ein starkes Ringen Luthers um religiöse Erkenntnis geprägt: „Was ist das für ein Gott, vor dem der Mensch nicht bestehen kann?“, fragte sich Luther.

    Eines Tages entdeckte er in der Bibel, im Brief des Apostels Paulus an die Römer (Kapitel 1, Vers 17),
    ein anderes, ein gütiges Gottesbild:
    „Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche aus dem Glauben kommt und zum Glauben führt; wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus dem Glauben leben.“

    Luther erkannte, dass Gott kein mitleidsloser, strafender Gott ist. Der Mensch kann von sich aus die Erlösung durch Gott nicht verdienen oder erarbeiten. Nur Gott selbst kann mit seinem „Dazutun“ den Menschen erlösen. - Später sagte Luther, dass ihm diese neue Erkenntnis der Schrift in der Studierstube des Wittenberger Klosterturms gekommen war.

    Luther entdeckte den gnädigen Gott. Damit ist gemeint, dass Gott viel größer ist, als nur gerecht.

    Der Mensch muss sich mit seinen Taten vor Gott einmal verantworten - der Mensch trägt Verantwortung. Aber Gott holt die Menschen ab, wo sie stehen. Gott bewegt sich auf die Menschen zu und nicht von ihnen weg. Gott ist barmherzig. Gott kommt zum Sünder, er nimmt den Menschen an, er liebt den Menschen. Es ist ein liebender Gott, kein richtender Gott, den Luther von nun an predigt.

  • add Der Thesenanschlag

    Wir schreiben den 31. Oktober 1517:

    Luther nagelte mit lauten Hammerschlägen, die durch ganz Europa hallen, die  95 Thesen
    an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg.

    Der Thesenanschlag wurde erstmals erwähnt von Luthers Sekretär Georg Rörer, der 1540 (oder 1544)
    in einer Bearbeitungsnotiz zum Neuen Testament von der Bekanntmachung der Thesen an den
    Türen mehrerer Wittenberger Kirchen berichtete:

    „Am Vorabend des Allerheiligenfestes des Herrn im Jahre 1517 sind von Doktor Martin Luther Thesen über den Ablass an die Türen der Wittenberger Kirchen angeschlagen worden.“

  • add Der Reichtstag zu Worms

    Am 27. Januar eröffnete Kaiser Karl V. den Reichstag in Worms im dortigen Rathaus.
    Martin Luther sollte hier in Worms seine 95 Thesen widerrufen.

    Luthers Auftreten auf dem Reichstag wird als sachlich, klug und überlegt beschrieben. Er musste zweimal vor dem Kaiser erscheinen, jedesmal wurde ihm deutlichst nahegelegt, seine Lehren zurückzunehmen.

    Luther jedoch sah keinen Beweis gegen seine Thesen und Ansichten, der ihn bewegen konnte,  seine Thesen zu widerrufen:

    „Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

  • add Die Übersetzung der Bibel

    Am 4. Mai 1521 täuschte Kurfürst Friedrich der Weise eine Entführung Luthers vor.

    Er wurde auf die Wartburg bei Eisenach gebracht. Luther lebte unter falschem Namen auf der Wartburg: er nannte sich Junker Jörg und „pflegt Haupthaar und Bart“.

    In seiner Zeit auf der Wartburg übersetzte er in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche.

    1522 ging das neue Testament in Druck und fand rasant Absatz.

    1534 erschien eine Gesamtausgabe der Bibel in deutscher Sprache, die ebenfalls große Verbreitung fand.

     

     

  • add Martin Luther als Ehemann und das Familienleben

    Am 13. Juni 1525 heiratete Luther die 1523 aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma entflohene Nonne
    Katharina von Bora.

    Katharina führte den Haushalt. Sie erwies sich als gute Hausfrau und Gärtnerin.

    In Luthers Haushalt lebten nicht nur das Ehepaar Luther und  seine sechs Kinder, sondern auch eine Verwandte Katharinas und seit 1529 die sechs Kinder von Luthers Schwester.

    Zudem beherbergte Luther Studenten in seinem Haus, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Die Auswirkungen der Reformation bis Heute

  • add Bildung und Schulbesuch

    Der Einfluss Luthers auf die Entwicklung im Schulwesen war sehr groß, denn viele bis dahin unter kirchlicher Trägerschaft stehende Schulen wurden im Zuge der Reformation aufgelöst.

    In seinen Schriften betonte Luther aber, wie wichtig die „gelehrte Bildung der Kinder“ sei. Doch viele Eltern sahen die Notwendigkeit der schulischen Bildung nicht und schickten ihre Kinder in eine Ausbildung zum Kaufmann oder Handwerker.

    Daraufhin verfasste Luther eine Schrift, in der er die weltliche Obrigkeit aufforderte, die „Untertanen“ notfalls auch durch Zwang dazu zu bringen, ihre Kinder in die „gelehrte Schule“ zu schicken.

    Luther hat mit seiner Bibelübersetzung einheitliche Standards in der Sprache gesetzt, wo zuvor regionale Unterschiede waren.

    Es entstand die Schriftsprache.

  • add Beruf und Berufung

    Der Begriff „Beruf“ hat zutiefst protestantische Wurzeln.
    Seiner Herkunft nach handelt es sich bei diesem Wort um eine Kurzform von „Berufung“.

    „Beruf“ ist ursprünglich ein in gleicher Weise sinndurchtränktes Wort. In der Idealvorstellung ergreift man einen Beruf, zu dem man Talent hat, in dem man sich ausbildet, der die ganze Person ausfüllt. Ganzheitlichkeit, Dauer, Qualifikation und Sinnerfüllung sind Merkmale der beruflichen Erwerbstätigkeit im klassischen bürgerlichen Sinn.

    In der arbeitsteiligen Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft sind diese Merkmale jedoch weithin verlorengegangen. Der Beruf wandelte sich zum Job, zu Arbeit auf Zeit.

    Die Sehnsucht nach einer Arbeit, die mehr ist als Gelderwerb, ist heute spürbar.

  • add Priestertum aller Getaufen

    Es ist einer der kraftvollen programmatischen Sätze Martin Luthers:

    „Denn was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es schon zum Priester, Bischof und Papst geweiht sei, obwohl es nicht einem jeglichen ziemt, solch Amt auszuüben.“
    So schrieb der Reformator 1520 in seiner Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“.

    Und er erklärte kurz und bündig, dass „wir alle gleichmäßig Priester sind“. Unabhängig vom Rang in der kirchlichen Hierarchie, so sein Votum, kommt allen Getauften eine Mitverantwortung für die Sache Jesu zu.

    „Die Getauften sind Glieder des Volkes Gottes und haben als Priester in Glauben und Gebet unmittelbar Zugang zu Gott. Sie sollen sich als lebendige Steine in das geistliche Haus Gottes, in die Kirche, einfügen.

    Sie sollen sich Gott mit ihrem ganzen Leben zur Verfügung stellen: im Dienst an anderen Menschen, in der Hilfe für die Armen, in der tätigen Liebe. Und sie sollen die Wohltaten Gottes verkündigen, also das Evangelium weitergeben. Hingabe an Gott und den Nächsten – das ist der Dienst des Priestertums aller Gläubigen“, notierte der Evangelische Erwachsenenkatechismus.

  • add Musik

    Doktor Martinus schrieb Choräle, die bis heute zu den Klassikern in unserem Gesangbuch zählen.
    Sie sind herb, urwüchsig und kunstvoll.

    Neue Lieder, um die ging es Martin Luther ins Besondere. Er hat die Musik als Gesang reformiert und so das evangelische Kirchenlied erfunden.

    Bis in die Wortwahl blüht seine Sprache auf:
    Neue Lieder lassen sich ansingen, aussingen, besingen, dahersingen, hinaussingen, hinuntersingen, mitsingen, nachsingen, übersingen, untersingen, vorsingen, zusingen. Und, Gott sei es geklagt, leider auch zersingen.

    Martin Luther selbst sang leidenschaftlich gern und gut.

  • add Evangelische Kirche

    Die Entdeckung der Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben wirkte sich unmittelbar auf das Verständnis und die Ordnung des Gottesdienstes aus.

    Sie widersprach dem spätmittelalterlichen Verständnis der Messe als ‚Versühnhandlung‘, mit der sich der Mensch für sich selbst oder für andere ein Verdienst zugunsten des Seelenheiles erwerben könnte.
    Sie begründete vielmehr die Überzeugung, dass der Gottesdienst zuerst und vor allem Gabe Gottes an den Menschen sei.

    In der Verkündigung durch die biblischen Lesungen und die Predigt und in der Feier des Abendmahls nimmt diese Gabe Gottes konkrete Gestalt an. Hier wird dem Menschen, der zu seinem Heil von sich aus nichts beitragen kann, das für ihn durch Christus erwirkte Heil zugeeignet.
    Die Verkündigung des Wortes Gottes in der Predigt erhielt einen festen Platz im Gottesdienst. Es sollten die biblischen Lesungen in der Regel in deutscher Sprache vorgetragen und die deutschen Liedern gesungen werden. Hierdurch sollte der Gottesdienst verständlich sein und so auch eine bildende Funktion haben.

    Quelle: Der Gottesdienst. Eine Orientierungshilfezu Verständnis und Praxis des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche. Vorgelegt vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, S. 24ff)

Und wie es sich für einen evangelischen Prediger gehört, steigt er auf die Kanzel.

Natürlich steht er auch für gemeinsame Fotoaufnahmen geduldig zur Verfügung.

Wirkungen der Reformation

Bildung und Schulbesuch

Martin Luther - Leben und Wirken als Trickfilm

Am 19.11.2016 verfilmten 13 Jugendliche und Junge Erwachsene gemeinsam mit Diakonin Franziska Wolf, Jugendreferentin des EJW Mühlacker und Diakon Michael Gutekunst, Medienarbeit und Medienbildung, die Ausstellung "Es begann mit Luther". 

Texte und Quiz zur Ausstellung für Kinder