Baueinsatz 2016

Durch das Spendenprojekt wurde die Fertigstellung des 2. Obergeschosses und die Erichtung eines Dachstuhls möglich im Wohnheim für Mädchen der Berufsschule.

Dies war der erste gemeinsame Baueinsatz vom 18. Januar bis 8. Februar 2016 in der Geschichte dieser Partnerschaft.

Eine Bilddokumentation in 68 kommentierten Bildern dieses Baueinsatzes haben Barbara und Günter Straub erstellt.

Eine lebendige und offene Partnerschaft

Deutsche und tansanische Handwerker arbeiten Hand in Hand

Eine Partnerschaft über Kontinente und Kulturen hinweg zu pflegen und das seit mehreren Jahrzehnten ist eine Leistung aller Beteiligten.

Barbara Straub ist tief beeindruckt, „wie offen und lebendig die seit über 35 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden und Einrichtungen der Moravian Church in Tansania und den Gemeinden rund um Mühlacker ist“. Sie war vier Wochen lang in der Partnerkirche des Kirchenbezirks Mühlacker, der Moravian Church in der Südwestprovinz Tansanias, zu Gast.

Die Beziehung zwischen Mühlacker und Mbeya steht

Zwar können Tansanier das Wort „Mühlacker“ nur schwer aussprechen, aber viele Begegnungen und gemeinsame Projekte wie die Unterstützung von Waisen oder das jetzt gemeinsam erstellte Dach auf dem Mädchenwohnheim der Berufsschule werden mit großer Dankbarkeit und Anteilnahme begleitet, so von der Gruppe aus Mühlacker erlebt: „Oft wurden wir mit frischen Ananas, Mangos oder Avocados überrascht“, so Straub.

Dass hier Beziehung gelebt wird, haben auch Claudia und Andreas Hüeber erlebt: „Uns hat am meisten beeindruckt, dass wir fast alle Leute treffen konnten die uns schon mal irgendwann in Mühlacker besucht haben, auch wenn es schon teilweise Jahre her ist. Sie haben dafür teilweise lange Anfahrtswege auf sich genommen, um mit uns eine Tasse Tee zu trinken oder eine Aufmerksamkeit vorbei zu bringen. Manche kamen sogar mehrmals.“

Ziel "Dach für Mädchenwohnheim" in Sichtweite

Ziel der Gruppe war es, das Dach des Mädchenwohnheims an der Berufsschule der Partnerkirche zu bauen, gemeinsam mit Lehrern und Schülern der Schule und Bauarbeitern der Baufirma. Dabei trafen unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander. Günter Straub, der sich auf der Baustelle einbrachte, erzählt: „Auf dem Dach traf unser durch Hochtechnologie geprägtes Denken auf die scheinbar unstrukturierte Arbeitsweise der Tansanier. Auf der Großbaustelle wurde überwiegend ohne Maschinen gearbeitet, um mehr Arbeitsplätze zu sichern. Es ist ein schönes Ergebnis, dass wir mit den Spenden, unseren Planungen und dem handwerklichen Können aller Beteiligten zur Fertigstellung des Daches beitragen konnten.“

Der Zusammenhalt der Bauarbeiter und dass oft bis 19 Uhr gearbeitet wurde, ermöglichte mehrere erfolgreiche Bauetappen: Dank der Materiallieferungen war es möglich, die Arbeiten fortzuführen und Schalung, Rüstung, Bewehrung, das Betonieren und die Dachkonstruktion zu realisieren.

Zuletzt konnte der Dachstuhl fertiggestellt und Richtfest gefeiert werden. Am Ende des dreiwöchigen Baueinsatzes schauen die deutschen Bauleute vertrauensvoll nach Tansania, denn „trotz Wetter-, Strom-, Wasser- und Materialproblemen sind wir in drei Wochen erstaunlich weit gekommen, die Fertigstellung des Daches ist jetzt abzusehen“, so Claudia und Andreas Hüeber, die tatkräftig auf der Baustelle mitarbeiteten.

Sechs Wochen nach Baubeginn ist das komplette Dach fertiggestellt mit Dachrinnen.

Solarstrom und Fahrradfelge als Hilfsmittel

Bei dem Mädchenwohneim handelt es sich, so Günter Straub, um ein „ehrgeiziges Projekt mit drei Stockwerken und in Betonbauweise“ im Gegensatz zu den anderen, oft ein bis zweistöckigen Gebäuden.

Zum Einsatz kam eine Fahrradfelge als Flaschenzug, um Baumaterial in den dritten Stock zu haben, welche die deutschen Handwerker ihren tansanischen Kollegen vorführten und überließen. Neben den Arbeiten am Dachgeschoss und dem Dachstuhl waren ständige Reparaturen am Wassersystem und an Elektroleitungen seitens der Handwerker aus Mühlacker erforderlich.

Mit im Gepäck hatte die Gruppe des Kirchenbezirks auch zwei Solarstationen. Eine wurde von Klaus-Peter Böhringer entwickelt und versieht ihren Dienst an der Highschool der Partnerkirche in Mbozi. Eine zweite Solarstation, gesandt von der Berufsschule Mühlacker, ging zusammen mit einem Begleitschreiben des Enzkreises an die Berufsschule in Mbeya.

Möglich wurde dieser Baueinsatz durch Spenden aus den Kirchengemeinden des evangelischen Kirchenbezirks Mühlacker und durch den Erlös des Weihnachtskonzerts von Sinfonietta Mühlacker e.V.

© Bilder: Evangelischer Kirchenbezirk Mühlacker